30 Trainingstipps für dich und deinen Hund

20.04.2017

Jeder kennt es, man möchte mit seinem Hund etwas üben doch irgendwie ist der Wurm drin. Entweder macht dein Hund nicht richtig mit, er überdreht dabei total oder du weißt eigentlich gar nicht, wie du ihm das gewünschte Verhalten beibringen sollst. Hier haben wir ein paar Tipps für dich - sie bilden die Grundlage für ein sinnvolles und erfolgreiches Training.

Na dann viel Spaß und Erfolg beim Üben mit deiner Fellnase!

 

 

Die Rahmenbedingungen

  • Der Spaß am Training steht bei uns an erster Stelle! Trainiere nur mit deinem Hund, wenn es dir und ihm gut geht und ihr beide Lust auf Training habt.

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  • Übe lieber mehrmals täglich in kurzen Trainingseinheiten, als einmal am Tag eine ganze Stunde lang. Dein Hund wird viel mehr davon behalten und schneller generalisieren.

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  • Die Trainingseinheiten und -blöcke sollten über den gesamten Tag verteilt werden, dass ausreichend Pause dazwischen liegt. Auh solltest du immer im Alltag, an verschiedenen Orten trainieren z.B. beim Spaziergang im Wald oder auf der Wiese, im Garten und eurer Einfahrt und auch im Flur an der Haustür sowie im Wohnzimmer.

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  • Dein Hund soll noch lernen zu lernen? Dann beende das Training, wenn es am Schönsten ist. So startet dein Hund beim nächsten Durchgang einige Zeit später wieder gerne mit dir und freut sich auf das, was kommt. Denn übst du zu lange und überforderst oder gar frustrierst du ihn dabei, hat er für weiteres Training mit dir keine Lust und wird unaufmerksam sein.

 

 

Die Gestaltung des Trainings

  • Ein Trainingsdurchgang hat einen Anfang, benenne es deutlich mit einem Wortsignal sowie einem Sichtzeichen, damit deine Fellnase weiß, dass ihr jetzt geneimsan etwas macht.

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  • Und so es sollte auch ein Endesignal geben. Nutze auch hier ein Wortsignal sowie ein Sichtzeichen bzw. ein Ende-Ritual für deinen Hund, was ihn nicht frustriert und zu Ruhe oder auch Selbstbeschäftigung führt.

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  • Eine effektive Trainingseinheit dauert höchstens 1 - 3 Minuten! In einer solchen Trainingseinheit üben wir das gewünschte Verhalten entweder nur wenige Male ohne Hektik und Druck (4-6x) oder aber wir fangen das gewünschte Verhalten einfach ein und verstärken es (Shaping). Je jünger und desto neuer das Lernen für deinen Hund ist, desto kürzer solltest du die Durchgänge halten.

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  • Achte darauf, deinen Hund nicht zu überfordern oder auch zu langweilen. Ein guter Mittelweg sind 3 Trainingseinheiten mit je einer Pause von 1 - 5 Minuten dazwischen. So hat dein Hund Gelgenheit zu verstehen, was du trainieren möchtest, kann es gut abgespeichert und so gefestigt werden und ist nicht zu lange und vielleicht sogar langweilig für deine Fellnase.

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  • Nach einem solchen Trainingsblock sollte eine etwas großzügigere Pause stattfinden, in der dein Hund wieder einfach in seiner Hundwelt unterwegs sein darf und vorallem erstmal keine weitere Impulskontrolle benötigt.

 

 

Ziele setzen und Erfolge schaffen

  • Gutes Training endet immer mit einem Erfolg und somit mit einem erwünschten Verhalten deines Hundes. Im Idealfall endet eine Übung mit der Bestleistung, denn der letzte Eindruck bleibt besonders im Gedächtnis deiness Hundes haften.

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  • Erfolge feiern und sich mit dem Hund freuen - und zwar ehrlich! Wenn du dich nicht wie eine kleine Partymaus freuen kannst oder magst, ist das nicht schlimm. Im Gegenteil, sei so wie du bist, denn dein Hund kennt dich und weiß, wann du etwas wirklich meinst und wann es nur aufgesetzt ist. Zudem führt zu überschwengliche Freude bei Hunden auch zu Aufregung und die können wir im Training gar nicht gebrauchen.

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  • Manchmal kann es sehr schnell gehen - die Luft ist raus bei deinem Hund. Aber ein Training endet nie mit einem Misserfolg! Finde spontan eine Lösung, wie du den versemmelten Durchgang nun noch retten kannst. Lerne daraus und überlege dir, woran du es erkennen kannst, dass dein Hund sich nicht mehr konzentrieren kann.

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  • Überforderung kannst du vermeiden, indem du in einer Übungseinheit nur eine Anforderung veränderst wie z.B. den Ablenkungsgrad, die Dauer des Verhaltens, die Distanz zwischen dir und deinem Hund, die Schnelligkeit der Ausführung, die Geschwindigkeit, deine Körperhaltung oder auch deine Position dabei.

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  • Erhöhst du einen solchen Schwierigkeitsgrad, solltest du die anderen Anforderungen zu Beginn erstmal wieder senken.

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  • Und hilf deinem Hund bei der Fehlervermeidung durch Management z.B. anleinen, damit er weiterhin Erfolg hat und nicht unnötig frustriert wird.

 

 

Eindeutige Kommunikation

  • Wähle einfache und für dich prägnante Signale, hierfür kannst du am besten eine Liste erstellen, damit du nicht durcheinander kommst und alle Bezugspersonen auch die entsprechenden Signale verwenden. Für die Wahl des Signals solltest du immer überlegen, ob du dieses Wort häufig im normalen Sprachgebrauch hast. Dann wähle lieber ein anderes Signal, sonst ist es für deinen Hund verwirrend und schwächt deine trainierte Verknüpfung. Aus diesem Grund verwenden wir z.B. kein Nein als Signal ;-)

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  • Hunde sind gute Beobachter, sie kommunizieren untereinander hauptsächlich über Körpersprache. Daher kannst du als Signaltyp ein Signalwort/-geräusch als auch ein Sichtzeichen wählen. Hütehunde, Sichtjäger usw. profitieren davon, wenn wir ihnen mehr Input für diesen Sinnesbereich geben. Aber auch Hunde die bereits älter sind und eine geringere Hörfähigkeit haben brauchen optische Signale. Angefangen vom Markersignal, Sitz, Platz und Co. als auch bei Tricks.

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  • In der Phase des Erlernens der Wort- und Sichtsignale solltest du darauf achten, diese getrennt, mit etwa einer Sekunde Abstand, zu geben. Zuerst erfolgt das neue Signal, danach das bisher erlernte Signal - so etablierst du das neue Signal am effektivsten.

 

 

Motivation und Belohnung

  • Lebewesen tun das, was ihnen Erfolg bringt und lassen das, was ihnen keinen Erfolg bringt! Dies ist das Grundprinzip, nachdem wir alle leben.

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  • Das Prinzip der positiven Verstärkung (etwas Gutes kommt hinzu) führt zu einer guten Kooperationsbereitschaft deines Hundes, da macht er gerne mit.

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  • Wir nutzen hierfür ein sog. positives Markersignal. Dies kann ein prägnantes Wort sein als auch ein Geräusch, z.B. top, klick, zack, jep oder auch ein Clicker sowie ein Zungenschnalzen. Dieses Signal kündigt an, dass es darauf folgend eine Belohnung gibt, sich die Situation für deinen Hund also verbessert. Dies führt dazu, dass dein Hund sich freut, wenn er dieses Signal hört, denn es ist für ihn zu einer Ankündigung für etwas Gutes geworden.

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  • Du solltest trotzdem auch immer verbal loben, dies ist für viele Hunde wirklich sehr wichtig und festigt eure Bindung. Denn wie schon geschrieben, dein Hund weiß genau, wann und ob du dich wirklich freust und stolz auf ihn bist.

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  • Eine Belohnung erfolgt meist vom Mensch aus, doch sie ist meist gut gemeint, kommt aber bei deinem Hund vielleicht gar nicht wirklich an. Deine Belohnungen müssen zur Situation passen, d.h. aktuelle Bedürfnisse befriedigen. Dies ist der wichtigste Punkt bei diesem Thema. Möchtest du z.B. üben, mit deinem Hund gelassen an Artgenossen vorbei zu gehen, ist nicht immer Futter die beste Wahl als Belohnung. Denn dein Hund hat evtl. das Bedürfnis mit den Hunden spielen und springt deswegen in die Leine. Er hat also das Bedürfnis nach Sozialkontakt, Interaktion und Spiel. Da ist es für ihn keine passende Belohnung, wenn er sich kurzzeitig gelassen verhält, von dir ein Leckerhen zu bekommen. Dies wirkt meist nicht verstärkend und somit zeigt sich auch kein Trainingserfolg. Schuld sind hier jedoch nicht die Leckerchen, sondern deine Auswahl der Belohnung! Lerne deinen Hund besser kennen, überlege dir, was er besonders mag und wann er es mag. Auch hierfür lohnt es sich eine Bedürfnisliste und darauf eine Verstärkerliste zu erstellen.

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  • Grundlegend solltest du für den Hund spannend bleiben, abwechslungsreiche und unvorhersehbare Belohnungen verwenden. Variiere in der Menge der Leckerchen, ihrer Qualität und Außergewöhnlichkeit, verpacke sie attraktiv und serviere sie ihm nicht einfach auf dem Silbertablett. Uns allen machte Geschenkeauspacken besonders viel Spaß ;-) Mach ein Spiel aus der Belohnungssequenz, dies ist meist viel spannender für Hunde und somit auch lohnenswerter für sie, denn sie erbeuten gerne etwas. Es gibt eine Vielzahl an Spielzeug für Hunde, das unterschiedlichst aussieht, Geräusche macht und sich lustig bewegt. Bei uns im Shop findest du dafür natürlich einige Anregungen ;-)

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  • Die Belohnung sollte der Leistung angepasst werden, d.h. für eine besonders gute, spontane Leistung sollte ein Jackpot erfolgen. Dies wird viel zu selten beachtet! Hunde erhalten für ein einfahes Sitz, das sie schon lange können, ein Leckerchen, genauso wie für einen Rückruf aus 5 m Entfernung oder einer gelassenen Begegnung mit einem Artgenossen. Dies ist ein typisches Fettnäpfchen, denn man schwächt damit selbst die Bedeutung seiner Belohnung und die Erfolge verringern sich allgemein, bei allem was man trainiert.

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  • Wenn der Hund eine gute Trainingsstufe bei einer Übung erreicht hat, sollte nur noch variabel belohnt werden, d.h. es gibt bei gelungen Ausführungen lediglich die Belohnung nach dem Zufallsprinzip.

 

 

In der Ruhe liegt die Kraft

  • Sobald ein Hund z.B. unterwegs, beim Laufen an der Leine, im eigenen Garten nicht mehr auf dich und deine Signale reagiert, solltet ihr eine Pause einlegen bzw. etwas entspannen. Seid ihr gerade unterwegs ist es absolut nicht sinnvoll weiter zu gehen, dann wenn als nächstes etwas um die Ecke kommt, wird sich dein Hund vielleicht ganz anders verhalten, als er es üblicherweise tun würde. Je aufgeregter ein Hund ist, desto schneller kann ihn etwas ängstigen und erschrecken oder sogar nach vorne gehen lassen. Nur ein gelassener Hund ist in der Lage Situationen sinnvoll mit dir zu bewältigen.

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  • Nach dem Training, dem Spielen mit dir oder auch Sozialkontakten mit anderen Hunden solltest du deinen Hund etwas entspannen und ihm Zeit geben wieder runter zu fahren. Wie schon erwähnt bleibt der letzte Eindruck haften und so entwickelt sich sehr schnell eine überschäumende Verknüpfung mit seinen Lieblingsfreunden, Spielzeug und auch bestimmten Stellen auf eurem Spaziergang. Bald kannst du ihn vielleicht gar nicht mehr halten, wenn er seine Freunde sieht oder du das Spielzeug in die Tasche steckst! Dies vermeidest du, wenn du das Grundprinzip "nach Aufregung erfolgt Entspannung" beachtest. Entspanne deinen Hund am Ende von Spielrunden in Anwesenheit des Lieblingsspielzeugs, der Hundefreunde usw. Nur so verringerst du die starke Erregung bzw. lässt sie gar nicht erst aufkommen.

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  • Ein Hund sollte auch besonders an den Orten entspannt werden, an denen er erregtes Verhalten zeigt, z.B. die Tierarztpraxis, bekannte Gassistrecken und auch Trainingsplätze.

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  • Wie auch wir verarbeiten unsere Hunde das Erlebte im Schlaf. Achte darauf, dass dein Hund ausreichend Ruhe- und Schlafphasen hat, damit er sich regenerieren kann. Der Alltag für uns Menschen ist schon anstrengend und stressend, für unsere Hunde demnach allemal. Bedenke dies auch gerade bei deinem Hunden, wenn er die Welt gerade neu kennen lernt oder dein Hund sehr große Schwierigkeiten im Alltag hat. Hier solltest du diese Regel beachten: An Tag A ein neues Erlebnis, an Tag B ist Pause mit bereits bekannten Eindrücken und Abläufen.