Berührungen haben's in sich!

21.01.2017

Sensible Körperhülle

Millionen von Sinneszellen verteilt auf wenigen Quadratzentimetern - dies bildet bei vielen Lebewesen das größte Sinnesorgan: die Haut. Sie schützt vor äußeren Einflüssen, ist die Hülle zwischen Innen- und Außenwelt und wird oft auch als „Spiegel der Seele" bezeichnet. Und kann für dich im Training mit deinem Hund eine wichtige Rolle spielen!

 

Die Haut besteht aus 3 Schichten:

 

- der Epidermis die sog. Oberhaut,

- der Dermis die sog. Lederhaut sowie

- der Hypodermis auch Subcutis oder Unterhaut genannt.

 

Zu ihr gehören bei Hunden außerdem: Fell, Krallen, Fußballen, verschiedene Drüsen z.B. wie die des Gesäuges. Die sog. Duftdrüsen sind beim Hund über den ganzen Körper verteilt, jedoch besitzen sie lediglich an den Pfotenballen Schweißdrüsen. Zusätzlich befinden sich auf der Haut auch noch unterschiedliche Rezeptoren, die als Empfänger von Informationen dienen.

 

Der pH-Wert der Haut eines Menschen beträgt in etwa 5,5, bei Hunden liegt er jedoch im Bereich von etwa 6 – 7. Daher sollte bei der Verwendung von Shampoo und Pflegeprodukten darauf geachtet werden, dass diese speziell für Hunde sind!

 

Volles, geschmeidiges und glänzendes Fell ist ein Zeichen für eine gute Gesundheit. Stumpfes Fell, Juckreiz oder Haarausfall können beispielsweise Anzeichen für Stoffwechselstörungen der inneren Organe, reduzierter Abwehrkraft durch Stress oder unausgewogene Ernährung sein.

 

Aufgaben und Funktionen

Die Haut ist sie eines der größten Sinnesorgane, da sie durch ihre sensorische Wahrnehmung und das enthaltene Nervennetz auf Berührungen, Juckreize, Schmerzen und Temperaturen reagiert. Sie ist ein großer Schutzmantel und wehrt sich durch ihre basische Hautflora gegen krank machende Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Sie verhindert das Austrocknen, transportiert Abfallstoffe und hilft, durch die Stimulation von Sonneneinstrahlung, bei der Entstehung von Vitamin D. Außerdem dient sie auch als Speicherorgan für Flüssigkeiten, Elektrolyte, Mineralstoffe, Vitamine und Fett.

 

Das geht einem unter die Haut!

Durch die Verbindung der Haut mit dem Nervennetz bewirken ruhige Berührungen, streicheln und Wärme die Freisetzung des Hormons Oxytocin. Es wird als Bindungs- oder auch Kuschelhormon bezeichnet und ist der Gegenspieler von Hormonen, die bei Stress ausgeschüttet werden wie Adrenalin, Vasopressin und Cortisol.

 

Durch einen Lernprozess kann dieses besondere Hormon auch in Situationen aktiviert werden, die als ruhig, freundlich und sicher empfunden werden, denn dabei herrschen Gelassenheit, Wohlbefinden und Entspanntheit vor.

 

Oxytocin wird in einem Bereich des Zwischenhirns (Hypothalamus) gebildet. Dies ist die Steuerzentrale für das autonome Nervensystem und das Hormonsystem mit der zentralen Aufgabe die Biorhythmik des Körpers zu regulieren. Von dort wird es zur Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) transportiert, zwischengespeichert und bei Bedarf in den Blutkreislauf abgegeben. Es beeinflusst den Geburtsprozess, fördert das mütterliche Pflegeverhalten, die (Paar-)Bindung, allgemeine soziale Interaktionen bzw. das soziale Gedächtnis.

 

Es führt also im Körper zu Beruhigung und Wohlgefühl, was wiederum immens die Bindung und das Vertrauen der Beteiligten zueinander stärkt! So gehört Oxytocin zu einem Anti-Stress-Mechanismus des Körpers:

 

- mindert Angst, Aggression und Erregung,

- erhöht die Schmerzschwelle,

- verringert den Cortisolspiegel bzw. die Ausschüttung,

- reduziert den Blutdruck und

- fördert die Verdauung und Speicherung von Nährstoffen.

 

Training mit Köpfchen

Es ist also eine ausgesprochen hilfreiche Möglichkeit, in erregenden Situationen einem Hund bzw. seinem Körper mitteilen zu können, dass es nicht nötig ist, in Alarmbereitschaft zu sein.

 

Alle Reize, die ein Hund in einer Wohlfühl-Situation wahrnimmt, verknüpft er mit diesem Zustand:

 

- die menschliche Stimme,

- optische Reize wie eine besondere Decke (für unterwegs dann gut geeignet),

- angenehme, beruhigende Gerüche sowie

- die Berührungen an bestimmten Körperstellen.

 

So kannst du bei deinem Hund ein sehr nützliches Signal zur Entspannung aufbauen. Nutze ein bestimmtes Wort, eine Berührung an seiner Lieblingsstelle oder einen Duft wie Lavendel, Zitrone oder Jasmin. Damit kannst du künftig sein Erregungsniveau senken, wenn er aufgeregt wird, die Nerven verliert und nicht mehr für dich mit den trainierten Signalen ansprechbar ist. Mittels der konditionierten Entspannung wird Wort wörtlich das Gehirn wieder in den denkenden Zustand gebracht. Der Autopilot-Modus im Stammhirn für Flucht, Angriff oder Erstarren wird somit vermieden.

 

Noch ein wichtiger Tipp: Damit sich deine Entspannungssignale nicht abnutzen bzw. nicht mehr entspannend wirken, müssen sie regelmäßig von dir „nachgeladen" werden. Nach dem Einsatz in aufregenden Situationen solltest du Wort und auch den Duft für deinen Hund wieder mit einer Massage oder Kuscheln verknüpfen.

 

Weißt du wo dein Hund am liebsten von dir gestreichelt wird? Auf welche Art und Weise hat er es am liebsten und kann schnell genießen? Hast du schon ein konditioniertes Entsannungssignal? Und nutzt du dieses schon im Training bzw. Alltag mit deinem Hund?

 

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